Im Klösterreich

Klosterurlaub im Stift Lilienfeld

Es geschah im Jänner: Zu meinem Geburtstag überreichte mir mein Mann mit stolzem Lächeln und dem Hinweis, das perfekte Geschenk gefunden zu haben, eine kleine Broschüre mit dem Titel „Klösterreich“– den Schlüssel zu einem Klosterurlaub. Ich war überglücklich. „Du lässt mich ins Kloster?“- stammelte ich ungläubig. „Nicht nur das!“ –  entgegnete er stolz. „Ich komme sogar mit“.

Nun verstehe ich, dass es für viele nicht das Geburtstagsgeschenk Nr. 1 auf der Welt wäre, vom eigenen Mann ins Kloster geschickt zu werden, aber ich bin in dieser Hinsicht ein wenig eigen.

Schon als Kind war ich fasziniert von mittelalterlichen Klöstern. Die altehrwürdigen, schlichten Gemäuer, stille Zeugen vergangenen Lebens und Wirkens, die imposanten Bibliotheken mit ihren tausenden Büchern und Schriften, der modrige Geruch alter Gänge, die Uniformität strenger Klosterregeln mit kleinen aufmüpfigen Zeichen persönlichen Charakters beflügelten meine Fantasie. Schnell stand mein Berufswunsch fest:  Nichts Anderes als Nonne wollte ich werden.

Später, als mein kindliches Gemüt etwas mehr Detailwissen zuließ, haben Begriffe wie Kälte, Hygiene, Schimmel, Rheuma, Gicht, Monotonie etc. das wunderschöne, entrückte Bild etwas differenzierter erscheinen lassen, und spätestens bei der Lektüre der Aufklärung mussten neue Träume her. Aber egal. Das Klosterleben blieb für mich immer, wie für manche der Traum von der Feuerwehr oder vom All – die erste große, tief empfundene Sehnsucht.

Und jetzt war es in greifbarer Nähe! In der Broschüre gab es zahlreiche Klöster mit vielfältigen Angeboten: von der Selbstfindung über Crash Diäten, Ehekrisenbewältigung und künstlerische Selbstentfaltung bis hin zum Fotokurs. Aber ich wollte nichts Hippes, kein Wellness-Kloster und keine moderne 5Sterne-Unterbringung. Wonach ich mich sehnte, waren die alten Gemäuer, Geschichte und Spiritualität – für Tage der Stille.

Schnell wurden alle Angebote mit getrennten Gästehäusern aussortiert (der Großteil übrigens) und auch jene mit üppigem Freizeitangebot. Und als ich über die Seite mit Stift Lilienfeld blätterte, stand es fest – dieses Kloster soll es werden.

Das Stift Lilienfeld ist die größte mittelalterliche Klosteranlage Österreichs – errichtet nach den strengen Regeln der Zisterzienser. Es wurde 1202 gegründet, trotzte acht Jahrhunderten, sodass Stiftskirche, Kreuzgang, das Dormitorium der Laienbrüder und das Cellarium noch in ihrer alten Pracht bewundert werden können.

Und es bietet seinen Gästen Wohnmöglichkeit in diesem wunderbaren Denkmal mittelalterlicher Baukunst. Einen Schlüssel, mit dem man Tag und Nacht nicht nur Zugang zu seinem Zimmer, sondern auch zum ansonsten versperrten Kreuzgang, zum Kreuzganggarten, zum Kapitelsaal und dem Querschiff der Stiftskirche hat.  All diese wunderbaren Aussichten wurden im E-Mailverkehr von dem Gästemeister, Pater Pius bestätigt.  Ein E-Mailverkehr übrigens, der, ein weiteres nettes Detail, an die „Pforte“ gerichtet werden musste.

Dem Urlaub sind ausführliche familieninterne Abstimmungsgespräche vorausgegangen. Ob ich das Klosterleben in voller Authentizität erleben möchte? Ohne eigenes Badezimmer und eventuell mit der harten Wirklichkeit eiskalter Wände? Aber soweit wollte ich doch nicht gehen. Wir einigten uns auf den Zeitraum August – die Wände werden schon kühl genug sein – und ein Komfort-Zimmer mit eigenem Nassbereich.

So sehr ich mich auf die Tage der Stille freute, wusste ich doch, dass dies nicht unbedingt das Konzept war, das das Herz meines Mannes höherschlagen ließ. So wurde vereinbart, die Vormittage mit Wanderungen zu verbringen, und die Nachmittage der Lektüre, unseren Gedanken, eben der Stille zu widmen.

Und kein Internet – ermahnte mich schließlich mein Mann, was mir jedoch einigermaßen heuchlerisch vorkam. Denn was ist eigentlich weniger authentisch? Ein Leben im Kloster mit Internet oder mit Ehemann? Dieses Argument wurde jedoch nicht in seiner vollen theologischen Pracht gewürdigt.

Nun war der große Tag gekommen. „Ob wir Pater Pius nach dem Standort des Tischtennistisches fragen sollten?“ – witzelte ich etwas nervös, als wir bei der Pforte auf ihn warteten. Dabei gab es keinen Grund für Nervosität, denn er war sehr entspannt und freundlich, als er uns über den Kreuzgang und den sogenannten Roten Gang zu unserem Zimmer führte.

Wir erhielten den Schlüssel mit der Zimmer-Nr. 63. Eine recht hohe Nummer, die einen regen Gastbetrieb vermuten ließ. Unsere Frage aber, ob sie viele Gäste hätten, verneinte Pater Pius – das Kloster mache keine aggressive Werbung. Und tatsächlich begegneten wir während unseres Aufenthaltes nur wenigen Pilgern. „Sie haben übrigens das schönste Zimmer“ – bemerkte er noch und ich weiß nicht, ob es wirklich das schönste war, mich beeindruckte es jedoch mit dem fein gearbeiteten alten Mobiliar. Es gab einen großen, quietschenden Kasten, eine altehrwürdige Kommode, zwei schmale Betten, einen kleinen Tisch mit 2 lederbezogenen Sesseln und sogar einen Schreibtisch mit vielen verspielten Schubladen.

Das Zimmer bot einen wunderbaren Blick auf den Klostergarten, in dem alte Apfelbäume standen. Das Bild meiner Träume – von kleinen olfaktorischen Herausforderungen abgesehen: all die alten Möbel und die etwas feuchten Wände verströmten nämlich einen leicht modrigen Geruch, der bei einer kurzen Führung recht romantisch erscheinen mag – bei einem längeren Aufenthalt jedoch etwas aufdringlicher wirkt und einen an die vielen Waschgänge denken lässt, die notwendig sein werden, um das gesamte, nämlich wirklich gesamte Gewand, das am Abenteuer Kloster teilnahm, wieder auf 21. Jahrhundert zu trimmen.

Pater Pius zeigte uns noch den Frühstücksraum und einen Aufenthaltsraum, der bei Kinderführungen zum Einsatz kommt und in dem – Überraschung! – ein Tischtennistisch stand. Da musste ich wirklich lachen. Hier stand ich, im Kloster meiner Träume: feinster mittelalterlicher Kreuzgang UND Tischtennis. Christus lächelte nachsichtig vom Kreuz herab.

Unser Kloster auf Zeit-Aufenthalt begann. Wir unternahmen große Wanderungen. Abends besuchten wir die Vesper und ließen uns von den archaischen Gesängen in ihren Bann ziehen. Am Vorabend von Mariä Himmelfahrt gab es ein schönes Konzert mit Marienliedern. Pater Pius erklärte Hintergrund und Bedeutung der einzelnen Gesänge. Die Orgel führte in vergangene Jahrhunderte zurück.

Abends suchte meine bessere Hälfte mit untrüglichem Instinkt feine, kleine Lokale in der Umgebung aus. Und danach genossen wir das wunderbare Gefühl, bei Mondlicht im Kreuzgang zu wandeln. Ich kann die Freude daran unmöglich in Worte fassen: die Arkadenwände mit fein gearbeiteten Säulen, die romanischen Rundbögen, die in 30 Jahren Bauzeit den gotischen Spitzbögen weichen mussten und trotzdem Harmonie und Würde bewahrten, die ehrwürdigen Pilaster, die perfekten Proportionen –  für mich der Ort, an dem man sich einer göttlichen Ordnung am nächsten fühlen kann. Ich war unheimlich dankbar Zutritt zu so viel Schönheit erhalten zu haben.

Ehrfürchtig betrat ich am ersten Abend den liebevoll gepflegten Garten, der laut mittelalterlicher Symbolik das Paradies vergegenwärtigen sollte. Hier wurde ich jedoch jäh aus meiner erhabenen Stimmung gerissen: ein Fledermausmännchen sauste im Sturzflug über meinen Kopf hinweg und drehte immer schnellere Runden. Offensichtlich verteidigte es sein Revier. Mein Mann, der augenblicklich zum Federmausflüsterer mutierte, verteidigte den kleinen Hysteriker: er jage bloß und wolle meine nächtliche Meditation nicht stören. Trotzdem ließ mich das Gefühl nicht los, der kleine Kerl wollte das Paradies für sich behalten. Ich überließ es ihm.

In den kommenden Tagen wuchs meine Bewunderung für das Kloster. Ich lernte viel über die Stiftskirche. Wie diese von 2 Bauhütten (die bescheidene mittelalterliche Bezeichnung für Generalunternehmen) errichtet wurde. Zuerst das Querschiff samt Chorumgang, da diese liturgisch am Wichtigsten waren. Und wie die erste Bauhütte abgetauscht werden musste, weil es gefährliche Probleme mit der Statik gab – die Bauleute kannten sich in der Romanik gut aus, wollten aber auch gotische Elemente verbauen, waren sich aber in diesem Bereich noch etwas unsicher.  Qualitätsopfer auf dem Altar des Fortschritts quasi.

Der Stifter, Leopold VI., ließ später Baumeister aus der Burgund kommen, da er keine, den strengen Ordensregeln entsprechende rechteckige Apsis bauen wollte, sondern einen schicken, polygonen Chorumgang – ein bisschen Ego hat noch niemandem geschadet.

Beim Bau des Hauptschiffes ist schon die Zeit der Gotik angebrochen, trotzdem war man bemüht, die neumodischen Elemente harmonisch in das Gesamtkonstrukt einzufügen und das Äußere der Kirche nicht zu verändern.

Übrigens durfte die Landbevölkerung lange Zeit gar nicht in die Kirche. Die Laienbrüder, jene Mönche also, die die handwerklichen Tätigkeiten verrichteten, hatten auch nur zu dem Langhaus Zutritt. Vom Querhaus aufwärts war alles für die geistlichen Brüder vorgesehen.

Eine Trennung der Mönchsgesellschaft war notwendig, da die Laienbrüder nicht viel verrichten hätten können, wenn ihr Tagesablauf von ähnlich vielen liturgischen Handlungen unterbrochen worden wäre, wie jener der Pater. Sie mussten daher nicht so oft beten, keine Messen lesen und hatten ein eigenes Dormitorium und Refektorium im westlichen Teil der Klosteranlage.

Die geistlichen Mönche wiederum mussten ihr ganzes Leben der Liturgie unterstellen. Neben der Teilnahme an zahlreichen Chorgebeten musste jeder von ihnen täglich eine Messe lesen. Dies erklärt, warum es im Chorumgang zahlreiche Messnischen gibt – jene im südlichen Bereich sind sogar mit Ausgussöffnungen versehen worden. Hier wurde das Messwasser abgelassen, um auch die Toten an der Messe teilhaben zu lassen. Die Toten, die auf dem angrenzenden Friedhof begraben lagen, erfuhren somit Gemeinschaftsgefühl über das Leben hinaus.

Die geistlichen Mönche waren in allem, was sie taten, Richtung Osten ausgerichtet, denn die aufgehende Sonne wurde als Symbol für Christus gesehen. Der Altar wurde so positioniert, dass man gegen Osten beten konnte und auch die Schlafräume der Pater befanden sich im östlichen Teil der Anlage. Ich war froh, als ich erfuhr, dass unser Gästezimmer auch so positioniert war. Kleiner verspätete Standesdünkel eben.

Andrea Schopf-Balogh Kloster Lilienfeld

Leider gibt es keine Bilder die zeigen könnten, wie das Kircheninnere im Mittelalter ausgesehen hat. Während der Reformation erlebte auch das Stift Lilienfeld einen Niedergang und wurde sogar kurzzeitig aufgehoben.  Die Gegenreformation brachte neuen Aufschwung und es kam wie es kommen musste: 1740 wurde die Stiftskirche erbarmungslos barockisiert.

Erwähnenswert in diesem Zusammenhang ist, dass der Großteil der Arbeiten budgetschonend von künstlerisch begabten und zum Teil sogar sehr bekannten Laienbrüdern ausgeführt wurde. Die Barockeinrichtung aus schwarzem Marmor mit viel Vergoldung fügt sich, soweit möglich, harmonisch in den romanisch-gotischen Innenraum. Es wurde die Idee eines Prunkweges umgesetzt: von schlichteren Darstellungen zu Beginn steigert sich die Pracht durch das Mittelschiff, um im Hochaltar einen fulminanten Höhepunkt zu finden.

Dieser beherbergt übrigens eine Kreuzreliquie, eine ziemlich große noch dazu. Fast 11 cm misst sie, wurde vom Leopold VI. von seinem Albigenser-Kreuzzug mitgenommen und hat dem Stift Jahrhunderte hindurch großes Ansehen verliehen. Er hat zwei Querbalken. Der untere weist eine Fehlstelle auf: Maria Theresia ließ dieses Stückchen abschnippeln und „behufs Ausbreitung der Kreuzverehrung an verschiedene Kirchen hinausgeben“.

Mit unserem Schlüssel konnten wir vom Querschiff (das man sonst nur mit einer Führung betreten darf) direkt in den Kreuzgang gelangen. Ich habe diesen vor unserem Urlaub schon geliebt, ihn bewundert für seine Harmonie, seine Vollkommenheit, seine Perfektion. Bei all dem hatte ich aber keine Ahnung, welch komplizierte Zahlensymbolik er verbirgt. Oh du mathematische Blauäugigkeit!

Jetzt bitte gut festhalten, denn ab jetzt wird es kompliziert. Denn natürlich sollte der Kreuzgang in seiner Perfektion die göttliche Ordnung abbilden. Und das tut er, mit einer Fülle an Symbolik, die einen schwindlig macht.

Lektion 1: Die Umfassungswände des Kreuzganges bilden ein Quadrat, die Arkadenwände zum Kreuzgarten ein Rechteck mit 7 bzw. 6 Arkaden.

Lektion 2: Das Quadrat symbolisiert die Erde: vier Ecken der Welt, vier Himmelsrichtungen, vier Jahreszeiten, Mondphasen, Lebensalter, Temperamente, Elemente, das Kreuz mit seinen vier Enden und die vier Evangelisten, etc.

Lektion 3: Die Sechs steht für irdische Werte, ist ein numerus perfectus und die Magische Zahl von 3.

Lektion 4: die 7 vereinigt das Irdische mit dem Göttlichen und wird ebenfalls als numerus perfectus bezeichnet.

Lektion X: Aber es gibt nicht nur vollkommene, sondern auch magische und heilige Zahlen – und all diese wurden im Quadrat, den Arkadenwänden, den 6 Pilastern, 91 Fenstern und 300 Säulen untergebracht.

Ein Beispiel gefällig?  „Alle Fenster des Kreuzgangs werden von insgesamt 300 Säulen umstanden. 300 ist die Magische Zahl von 24, wobei das Doppelte der heiligen Zahl 12 (Summe der Patriarchen und Mönche) für die Mönche eine hohe Bedeutung hatte. Die Zahl 24 weist auch auf die 24 Ältesten der Offenbarung hin, welche die Lehrer und Lenker der Kirche symbolisieren und damit direkt auf das Leben der Mönche Bezug nehmen…“ 1)

All dies kann man in einem Buch über die Geschichte des Stifts 20 Seiten lang nachlesen, bis hin zum Höhepunkt, der, nein, kein Gesellschaftsspiel „Finde den Mönch“ darstellt, sondern eine Möglichkeit, den Kreuzgang zu ergehen und dabei auf die Joche zu achten, auf die keine magischen Zahlen fallen, das ergibt nämlich einen schönen Rhythmus.

Mönch Kloster Lilienfeld Andrea Schopf-Balogh

Wie auch immer. Ich bin froh, dass man die Schönheit dieses wunderbaren Bauwerkes auch ohne Kenntnisse der Zahlenallegorik genießen kann. Oder ist vielleicht wirklich die geheimnisvolle Symbolik, die den Proportionen innewohnt, der Grund für meine Faszination? Das werde ich wohl nie erfahren, aber sollten die Zahlen der unbewusste Grund dafür sein, wäre mein Vater, ein großer Liebhaber eleganter Arithmetik, sicher sehr stolz auf mich.

Nun möchte ich aber noch kurz über die Bibliothek erzählen. Die Bücher bzw. eher Handschriften der Mönche haben im Mittelalter in einer kleinen Nische im Kreuzgang Platz gefunden. In dieser steht jetzt eine Marienstatue.

In der Barockzeit wurde im ersten Stock des Südtraktes eine prunkvolle Bibliothek eingerichtet. Diese bestand aus 4 Räumen, wobei der Hauptsaal mit prachtvollen Fresken und reich intarsierten Bücherschränken ausgestattet wurde. Als Josef II. das Kloster aufhob, ging leider ein Großteil der Bestände verloren. Man hat die wertvollen Inschriften und Bücher weggekarrt, vieles ist verschwunden oder verkauft worden. Später war man bemüht, das Verlorene zurückzuerhalten und kaufte zusätzlich Bestände anderer aufgehobener Klöster auf. Derzeit zählt die Bibliothek ca. 40.000 Bände, 229 Inschriften und 120 Inkunabeln, also frühe „Wiegendrucke“. Man sagt, die Sammlung sei dermaßen umfassend, dass sie sogar die gesammelten Werke von Karl May enthalten soll. Wenn das für eine umfassende Sammlung steht… Vom Einband her war jedenfalls nichts Karl May-haftes zu erkennen.

Der Hauptsaal besaß ursprünglich eine Flachdecke, wurde jedoch unter Abt Sigismund Braun, als Schutz gegen Feuer, durch ein massives Tonnengewölbe ersetzt. Dieser aufwendige Umbau hat sich später als gute Investition erwiesen. 1810 wütete nämlich ein großes Feuer im Kloster und zerstörte große Teile der Anlage: vollkommen verschont blieben lediglich die Kirche und die Bibliothek.

Der Bibliothek blieb das Glück auch in späteren Jahrhunderten hold: Als die sowjetische Besatzung das Kloster betrat, empfingen die findigen Mönche den Kommandanten mit einer russischen Bibel in der Hand. Dieser war von der Geste dermaßen angetan, dass er das Kloster unter seinen persönlichen Schutz stellte, wodurch es von großen Plünderungen verschont blieb.

Heute gibt es noch rund 20 Pater in der Zisterzienser-Gemeinschaft in Lilienfeld. Acht leben auch dauerhaft im Kloster. Kurze Zeit durften wir ihre Gastfreundschaft genießen und nicht nur Wanderungen in der wunderschönen Umgebung unternehmen, sondern auch Einblicke in die Geschichte dieses beeindruckenden Konvents gewinnen. Für mich die Erfüllung eines lang gehegten Traumes.

Mein Mann sah den Klosterurlaub ein wenig differenzierter und redete von einer viel zu kurzen Matratze, einer nicht vorhandenen Bett-Federung und von Schimmelpilzsporen, die sich in seiner Lunge ansammeln würden. Na ja, er hat offensichtlich die feuchtere Zimmerhälfte und das betagtere Bett erwischt. Ich war gerührt, dass er trotzdem an meiner Freude teilhaben wollte und konnte.

Er bemerkte auch, dass er sich wundere, warum mich in der Unterbringung modriger Geruch auf einmal kalt lasse, wo ich doch sonst immer die Prinzessin auf der Erbse sei. Ob er meine neu erworbene Genügsamkeit bei künftigen Urlaubsplanungen berücksichtigen könne? Soweit ist es also gekommen!

Ich wundere mich selbst ein wenig, aber die Antwort kann nach diesen wunderbaren Tagen nur lauten: Genügsamkeit in Verbindung mit der Magie eines 800 Jahre alten, spirituell dermaßen reichen Klosters – jederzeit gerne wieder!

1)Campililiensia: Geschichte, Kunst und Kultur des Zisterzienserstiftes Lilienfeld

Fotos Bibliothek: Österreich Fotos.com, ©  Michael Missmer

Stift Lilienfeld

Klosterrotte 1, 3180 Lilienfeld

http://www.sitft-lilienfeld.at

pforte@stift-lilienfeld.at

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4 Gedanken zu “Im Klösterreich

  1. Danke für die eingehende und schöne Schilderung der zisteriensischen Geschichte und Gegenwart in Lilienfeld. Während es für das Anrufen des Göttlichen unerheblich ist, ob es einen WLAN-Anschluss gibt, stelle ich mir vor, dass ein Klausurlaub für Nonne und Mönch dort das Himmlische erahnen lässt, erdverbunden. Schöne Grüße

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